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Sommertour mit Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel

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Immer mehr Spitzenwinzer stellen ihren Betrieb auf ‚Bio‘ um. Was ist der Grund dafür? Liegt die Zukunft des Weinbaus im Bioanbau? Diesen Fragen ging Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bei seiner diesjährigen Sommertour nach, die ihn in das Weingut May (Retzstadt) und das Weingut am Stein (Würzburg) führte. Begleitet wurde er auf der Informationsfahrt von den Bezirksfachberatern Hermann Mengler und Stefan Kraus sowie von der Fränkischen Weinkönigin Silena Werner.

Die ökologisch bewirtschaftete Rebfläche entwickelt sich international mit beeindruckender Dynamik. Aktuell liegt Spanien mit 79.000 Hektar weltweit auf Platz 1, gefolgt von Frankreich und Italien. Nach den Zahlen des Deutschen Weininstituts (DWI) gibt es in Deutschland rund 8.000 Hektar Weinberge, die ökologisch bewirtschaftet werden. Das bedeutet einen Anteil von acht Prozent. Viele Betriebe sind in einem der Bioverbände (Ecovin, Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis) organisiert. Für die kommenden Jahre gehen die Verantwortlichen von einem weiteren Wachstum aus. „Vor 25 Jahren war es die Müsli-Fraktion, die sich dem Thema ‚Bio‘ angenommen hat. Heute sind es Topweingüter - die sich eigentlich zurücklehnen könnten - die das gewohnte Terrain verlassen und den Bioweinbau für sich entdecken“, berichtet Hermann Mengler.

Zu den Pionieren des Ökoweinbaus in Franken zählt Mengler die Augustinusschwestern auf der Vogelsburg, die bereits 1957 mit dieser Bewirtschaftungsform begonnen haben. Es folgten die Weingüter Erwin Christ und Helmut Christ (beide Nordheim) sowie Roth (Wiesenbronn). Lange Zeit waren die Vorreiter belächelte Exoten, die sich standhaft gegen den Zeitgeist stemmten. Mit den 1980er Jahren begann dann das Umdenken hin zum Umweltschutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen. Die Anzahl der Biobetriebe nahm zu. Heute zählt der Bund fränkischer Ökowinzer und Weingüter (FÖW) 36 Mitglieder, vom Ein-Mann-Betrieb über große, international bekannte Weingüter bis hin zu Winzergenossenschaften. Die ökologisch bewirtschaftete Weinbergsfläche umfasst in Franken rund 300 Hektar.  

In der Umstellungsphase von konventioneller zu biologischer Bewirtschaftung befindet sich gegenwärtig das Weingut Rudolf May in Retzstadt. „Wir stellen gerade den kompletten Betrieb (14 Hektar Rebfläche) um, weil wir noch bessere Weine erzeugen wollen. Es geht uns nicht darum, irgendein Siegel zu bekommen. Bei uns steht ganz eindeutig die Qualität im Vordergrund“, berichtete Juniorchef Benedikt May dem Bezirkstagspräsidenten bei einem Spaziergang durch die Retzstadter Weinberge. „Wir verwenden schon seit Jahren keinen Mineraldünger mehr. Seit fünf Jahren verzichten wir auf Herbizide, seit letztem Jahr auch auf die herkömmlichen Pflanzenschutzmittel. Bei dieser Art der Bewirtschaftung muss man die Pflanzen viel mehr beobachten“, erklärte May.

Bereits einen Schritt weiter ist das Weingut am Stein von Ludwig und Sandra Knoll in Würzburg. Seit dem Jahr 2008 wird das Weingut mit seinen 30 Hektar Weinbergen konsequent biodynamisch bewirtschaftet. „Man kann keinen Ökoweinbau machen, wenn man nicht eine gute fachliche Praxis hat. Ich habe gleich nach dem Studium den ersten Versuch gewagt, der damals gründlich in die Hose ging. Erst wenn der konventionelle Weinbau funktioniert, kann ich mich mit dem Bioweinbau beschäftigen“, so Ludwig Knoll. Für ihn steht fest: „Im Biowein liegt die Zukunft!“  

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